Luxemburg
Zesumme wuessen - CSV. De séchere Wee
2. Zesummen halen
2.9. Kultur verbënnt
Jede Gesellschaft braucht Kultur. Kultur lebt von Auseinandersetzung, fördert jedoch auch Verständigung. Kultur hilft, die richtigen Fragen zu stellen und die Brücke zum Nächsten zu schlagen. Kultur schärft den Blick für die Vergangenheit und hilft, die Zukunft zu verstehen. Sie schweißt Gesellschaften zusammen, schafft Arbeitsplätze und formt das Bewusstsein. Kultur eröffnet Kindern und Jugendlichen neue Dimensionen und fördert den Austausch von künstlerischer Arbeit und Kreativität.
Kultur braucht Schaffende, Kultur braucht Publikum. Kultur braucht Visibilität. Kultur braucht Platz.
2.9.1. Kultur brauch Kulturschaffender
Eine verantwortungsvolle Kulturpolitik setzt sich für all die Menschen ein, die Kultur schaffen. Die konsequente Förderung für Künstler und künstlerischer Inhalte wird fortgesetzt.
Wir wollen:
- das guichet unique für Künstler operationell gestalten
- punktuelle Abänderungen des Gesetzes zum Künstlerstatut und mehr Künstlern ermöglichen, den Weg des Freischaffenden wählen zu können;
- den Künstlern mehr Visibilität verleihen und die Professionalisierung des Sektors unterstützen: Insbesondere junge Künstler sollen Möglichkeiten bekommen, ihre Arbeit und Werke im Ausland darzustellen, um von ihrer Kunst oder Musik leben zu können. Die Gründung einer Plattform "Luxembourg for Culture" wird bei der Vermittlung insbesondere ins Ausland behilflich sein. Sie wird ihre ersten Sporen bei jungen Musikgruppen verdienen;
- dass Wirtschafts- und Finanzplatzpromotionsreisen den Standortfaktor Kultur mit berücksichtigen;
- dass vielversprechende Initiativen junger Künstlern verstärkt gefördert werden und die bestehende Unterstützung sichtbarer wird;
- Die verschiedenen Ausdrucksformen der Bühnenkunst haben in den letzten Jahren einen sehr großen Aufschwung erlebt. Wir wollen verstärkt Wert auf die Vermittlung einheimischer Bühnenkünstler und Bühnentechniker an ausländische Theater legen;
- Das Angebot an Künstlerresidenzen soll genutzt werden und gegebenenfalls ausgeweitet werden.
2.9.2. Kultur brauch Publikum
Es findet viel Kultur in Luxemburg statt. Kultur braucht natürlich auch Publikum.
Der Zugang zur Kultur ist ein Menschenrecht. Wir schlagen die Einführung eines Kulturpasses vor, der sozial schwachen Menschen verbilligten oder kostenlosen Eintritt in kulturelle Veranstaltungen gewährt.
Ein vorrangiges Ziel muss sein, die Kinder und die Jugendlichen für die verschiedenen kulturellen und künstlerischen Bereiche zu begeistern und zu interessieren, sie zu aktivem Mitarbeiten und kritischem Sehen und Verstehen anzuspornen. Wir wollen einen Jugendpass erwägen, der – unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern – vergeben wird. In den staatlichen Museen ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche gratis.
Kinder- und Jugendkulturprogramme und pädagogische Aktivitäten der öffentlichen Kulturanbieter werden weiterhin gefördert. Schulen und Betreuungsstrukturen werden sich anschließen.
Verlängerte Öffnungszeiten der Museen sollen den veränderten Gewohnheiten des Publikums Rechnung tragen.
Um die Angst vor der kulturellen Schwelle zu nehmen, können bildende Künstler, Schauspieler und Musiker, Tänzer und Autoren ihre Kunst in Altersheime, Kinderheime oder Foyers hineintragen, mit den Bewohnern arbeiten und ihnen Lust machen, eine Aufführung oder eine Lesung zu besuchen; das Programm wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien aufgestellt werden.
Es fehlt an Projekten und Konzepten, die zu einer besseren Kenntnis und einem integrativen Austausch der vielen Kulturen, die in Luxemburg noch zu oft neben einander her leben, führen. Die CSV wird ein Kulturforum ins Leben rufen, bei dem sich regelmäßig Vertreter der diversen kulturellen Vereinigungen und Institutionen unserer luxemburgischen und ausländischen Mitbürger treffen, gemeinsame Projekte diskutieren und initiieren im Sinne des interkulturellen Dialoges.
2.9.3. Kultur brauch Visibilitéit
- Viele unserer namhaften Autoren schreiben literarische Werke in drei Sprachen. Diese Einzigartigkeit möchte die CSV durch Übersetzungen namhafter Autoren verstärkt fördern und auch durch die Organisation von Lesungen im Ausland die kulturelle Vielfalt Luxemburgs besser im Ausland bekannt machen.
- Die CSV wird sich verstärkt dafür einsetzen, dass in den Schulen den Kindern und Jugendlichen die Vielfalt und die Qualität der Werke der Luxemburger Schriftsteller nahe gebracht werden. Ihre Literatur soll ins Schulprogramm aufgenommen werden.
- Wir werden die Idee einer Artothek studieren, die Werke einheimischer Künstler aufkauft, katalogisiert und an Interessierte vermietet.
- Das Nationalmuseum wird um eine Galerie erweitert, um seine Sammlung einheimischer Künstler permanent auszustellen.
- Die CSV macht sich stark für eine verstärkte Vernetzung der Luxemburger Bühnen. Wir erwägen, unter den einheimischen Ensembles, die Stücke produzieren und Mitglied in der "Fédération luxembourgeoise des Théâtres professionnels" sind, einen Wettbewerb auszuschreiben.
- Kompositionsaufträge an Komponisten sollen weiterhin von den Strukturen des Sektors getätigt werden. Ein nationaler Kompositionsauftrag wird durch die finanzielle und materielle Unterstützung musikalischer Werke das Schaffen in einer sehr regen und vielfältigen Szene anspornen.
- Neue Finanzierungsmöglichkeiten sollen in Zusammenarbeit mit der "Fondation du Luxembourg" ausgelotet werden.
- Vernetzung und Zusammenarbeit der Museen, ob lokale, regionale oder zentrale Stätten, werden durch gemeinsame Aktionen eine stärkere Visibilität erhalten.
- Der Luxemburger Film erhält seit geraumer Zeit die verdiente Unterstützung durch die öffentliche Hand, was seine wachsenden Erfolge beweisen. Wir werden die Neuorientierung der Filmförderung gezielt umsetzen und die Einrichtung der Filmstudios in den Arbedhallen in Düdelingen unterstützen.
Kultur braucht Visibilität, verschafft jedoch auch unserem Land Visibilität und ist ein wichtiger Standortfaktor. Kulturtourismus rundet diese wirtschaftlichen Vorteile ab.
2.9.4. Kultur brauch Plaz
Kultur soll prinzipiell überall stattfinden, nicht nur in den Kulturstätten; allerdings braucht Kultur auch die geeigneten Stätten. Seit 1990 haben wir diese Plätze geschaffen, die Kulturjahre 1995 und 2007 haben weitere Anstöße gegeben.
Zwei nationale Kulturinstitutionen müssen demnächst noch fertig gestellt werden:
- Der Neubau des Staatsarchivs auf Belval muss schnellstens beginnen.
- Die Nationalbibliothek braucht dringend neuen Raum auf Kirchberg; die Pläne müssen beschleunigt werden, damit der Spatenstich noch in der Legislaturperiode 2009-14 erfolgen kann.
Wir wollen ein "établissement public" für die National- und Universitätsbibliothek schaffen, um Synergien zu fördern. Selbstverständlich braucht die Universität ausreichend Bibliothekenräume in ihren Institutionen. Ein Entwicklungsplan für die Nationalbibliothek wird erstellt werden. Eine solche Initiative kann auf andere Kulturinstitute angewandt werden, im Sinne einer mehrjährigen Zielsetzung.
Die Verabschiedung der Gesetzvorlage über die öffentlichen Lese- und Informationsbibliotheken zur Förderung der regionalen und kommunalen Bibliotheken wird dem Ausbau des Bibliothekswesens dienen.
Die Restaurierung der Rotunden wird abgeschlossen, um die Erfolge des Kulturjahres 2007 dort weiterleben zu lassen und der Professionalisierung der Kulturszene Raum zu bieten. Das Gesetz über das nationale Industriekulturzentrum um die Belvaler Hochöfen soll in Bälde verabschiedet werden. Der phasenweise Ausbau und die kulturelle Urbarmachung der beiden einzigartigen Areale "Gallo-römisches Ricciacus/Dalheim" und "Schiefergruben Martelingen" werden in die Tat umgesetzt.
Die dezentrale Landschaft der professionellen Kulturhäuser und -zentren hat sich stark entwickelt. Synergien und Zusammenarbeit müssen noch verstärkt werden. Neue professionelle kommunale oder regionale Infrastrukturen können unterstützt werden, wenn sie einem nationalen Bedarf entsprechen in Bereichen, wo kein oder nur stark unzureichendes Angebot besteht, wie z. B. Künstlerateliers oder Probesäle für junge Musikgruppen.
2.9.5. Denkmalschutz: Eis Vergaangenheet brauch Zukunft
Der Schutz des historischen Erbes muss sich auf Wesentliches konzentrieren, wenn er allgemein akzeptiert werden soll. Denn das braucht er. Wir wollen eine Denkmalschutzkonferenz einberufen und daraufhin eine Regierungserklärung zum Denkmalschutz veröffentlichen. Sensibilisierungsaktionen und Aufklärung seitens der öffentlichen Hand werden wieder verstärkt angekurbelt werden. Kommunale Bebauungspläne, Inventarisierung und sektorielle Pläne für Denkmalschutz und Archäologie werden für bessere Planungssicherheit sorgen. Architektonische Qualität muss unterstrichen werden.
Luxemburg
- i. Intro
- 1. Zesumme schaffen
- 2. Zesummen halen
- 2.1. De Staat am Mëttelpunkt vun eiser Eegestännegkeet
- 2.2. Eng Schoul fir all Kanner a Familljen
- 2.3. A Generationen denken
- 2.4. An eis Gesundheet investéieren
- 2.5. Liewen ass e Geschenk
- 2.6. Sozial Sécherheet: Solidaritéit op Generatiounen eraus
- 2.7. Wunnraum fir jiddereen
- 2.8. Integration an Immigratioun ginn zesummen
- 2.9. Kultur verbënnt
- 2.10. Sport ass méi wéi Fräizäit
- 2.11. Am Déngscht vun der Gesellschaft
- 2.12. Eng lieweg Identitéit
- 3. Zesumme plangen




